Supraleiter faszinieren Wissenschaftler seit über einem Jahrhundert. Sie leiten Strom ohne Widerstand und könnten Energieübertragung, Transport und Elektronik revolutionieren. Bisher funktionieren die meisten Supraleiter jedoch nur bei extrem niedrigen Temperaturen – oft nur wenige Kelvin über dem absoluten Nullpunkt.

Die Suche nach Supraleitern bei Raumtemperatur ist eines der großen Ziele der Materialforschung. Ein solcher Durchbruch würde die Energieeffizienz drastisch erhöhen, Stromverluste in Leitungen eliminieren und neue Technologien ermöglichen, von Hochgeschwindigkeitszügen bis zu effizienteren Computern.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über mögliche Raumtemperatur-Supraleiter. Meist handelte es sich dabei um exotische Materialien unter sehr hohem Druck, oft mehrere Millionen Atmosphären. Diese Bedingungen sind bisher kaum praktikabel für den Alltag.

Die Forschung konzentriert sich daher auf zwei Ansätze: die Entwicklung neuer chemischer Verbindungen und die Nutzung von Nanostrukturen, die Supraleitung bei höheren Temperaturen ermöglichen könnten. Parallel dazu werden theoretische Modelle entwickelt, um besser zu verstehen, welche Eigenschaften Materialien für Raumtemperatur-Supraleitung besitzen müssen.

Obwohl Supraleitung bei Raumtemperatur noch nicht vollständig Realität ist, zeigen Fortschritte, dass sie kein reiner Mythos bleibt. Jedes neue Experiment bringt Forscher der Vision eines verlustfreien Stromnetzes und effizienter Technologie einen Schritt näher.

Supraleiter bei Raumtemperatur könnten die Energie- und Transporttechnik des 21. Jahrhunderts grundlegend verändern und sind damit eines der spannendsten Forschungsfelder der modernen Materialwissenschaft.